Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung
Das CIZ Augsburg baut eine neue Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung auf. Sie arbeitet nach dem Peer-Counseling-Prinzip: Menschen mit eigener Betroffenheit beraten andere Betroffene auf Augenhöhe. Die Beratungsstelle richtet sich an Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund, und bietet Begleitung und Unterstützung im Alltag, im Beruf und in der Freizeit.
In Augsburg leben rund 23.750 Menschen mit Schwerbehinderung. Gleichzeitig ist die Stadt von Vielfalt geprägt: Über 40 Prozent der Augsburgerinnen und Augsburger haben einen Migrationshintergrund. Unser Angebot will genau dort ansetzen, wo Unterstützung besonders wichtig ist – mit einer Beratung, die verständlich, nahbar und bei Bedarf muttersprachlich erfolgt. Besonders angesprochen werden Menschen aus osteuropäischen Spätaussiedler-Familien sowie Familien von Holocaust-Überlebenden in Augsburg Stadt und Land. Gerade in diesen Gruppen ist die Hürde zu Beratungsangeboten oft hoch. Uns wurde immer wieder von anderen offiziellen Stellen bestätigt, wie herausfordernd Beratung, Begleitung und Betreuung dieser soziokulturellen Gruppe sein kann. Häufig begegnen uns dabei tiefes Misstrauen, Angst und Vorurteile gegenüber Behörden und anderen sozialen Einrichtungen.
Mit der neuen Beratungsstelle möchten wir Vertrauen aufbauen und einen sicheren Zugang zu Hilfe schaffen. Im Mittelpunkt stehen Empowerment, Selbstbestimmung und Teilhabe. Wir stärken persönliche Kompetenzen, Potenziale und Ressourcen, fördern das Selbstwertgefühl und unterstützen dabei, psychische Ressourcen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig begleiten wir Menschen auf dem Weg in Ausbildung, Arbeit, ehrenamtliches Engagement und eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung. Unser Ziel ist es, die berufliche und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung nachhaltig zu verbessern und ihre Lebensqualität zu stärken. Die Beratungsstelle soll ein Ort sein, an dem Menschen ernst genommen, gestärkt und in ihrem Alltag konkret unterstützt werden.
Zwei Teilzeitstellen mit jeweils 20 Wochenstunden werden ab dem Jahr 2017 für 48 Monate durch Aktion Mensch gefördert.


Die gesamte Projektdauer erstreckte sich von 2017 bis 2021

CIZ, Aktion Mensch, Menschen vor Ort, lokale soziale Einrichtungen und Behörden waren beteiligt

Selbstbestimmung, Teilhabe und Lebensqualität








